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Wenn man an einen Menschen denkt, der mit höchster Garantie später einmal zu den erfolgreichsten Regisseuren aller Zeiten gehört, so wäre Tim Burton wahrscheinlich der letzte, der einem einfallen würde. Introvertiert und bescheiden wie er ist, hätte wohl keiner seine Zukunft vorhersehen können.
Seine Karriere kam ins Laufen bei den berühmtesten Animation-Studios in Hollywood. Entdeckt wurde er dank einer Raubkopie der Videokassette auf der einer von seinen Kurzfilmen (der, nebenbei gesagt, niemals veröffentlicht wurde) zu sehen war und er hatte, wenn auch nur für eine Weile, einen Film in der Liste der 10 schlechtesten Filme aller Zeiten.

Timothy William Burton wurde am 25. August des Jahres 1958 in Burbank, Kalifornien, geboren. Natürlich können sich die meisten unter Burbank nicht annähernd so viel vorstellen wie unter Hollywood, wenn man von der Filmindustrie spricht, doch tatsächlich ist es die Geburtstätte vieler Film- und Fernsehstudios, wie u. a. NBC, Warner Brothers und Disney.

Burbank war eine typische amerikanische Vorstadt der 1950er Jahre, eine Welt von unbekümmerten, fröhlichen Leuten, eine Welt der „Shiny Happy People“, in die der schüchterne, künstlerische Tim nicht so recht hineinpasste. Er war weder besonders gut in der Schule, noch war er ein Bücherwurm, stattdessen interessierte er sich fürs Malen, Zeichnen und Film. Besonders Monster Filme hatten es ihm angetan: Godzilla, die Hammer Horror Filme aus Großbritannien und die Arbeit von Ray Harryhausen. Zu seinen Helden gehörte ebenso Vincent Price.

Nach dem High School Abschluss im Jahre 1976 absolvierte er das California Institute of the Arts, welches von Disney als Quelle neuer, talentierter Trickfilmzeichner bezeichnet wurde. In seinem zweiten Jahr wählte er das Disney Animations-Programm, um 1979 als Trickfilmzeichner bei Disney anzufangen. Jedoch konnte er seinen Beruf nicht genießen. Er wirkte bei dem Film Cap und Capper (The Fox And The Hound) mit, doch es langweilte ihn zu Tode.

Das Studio erkannte Burtons Talent, und sah dass es nicht komplett genutzt wurde. Sie beförderten ihn und von nun an sollte er als Konzeptions- Künstler die Charaktere für die verschiedenen Filme entwerfen. Er versuchte sein Glück bei frühen Arbeiten an Taran Und Der Zauberkessel (The Black Cauldron). Wer sich jedoch mit Tim Burtons Kunstwerken auskennt, kann sicher feststellen dass seine Konzeptions-Zeichnungen nicht annähernd dem üblichen Disney-Stil entsprachen. Seine Arbeiten wurden nicht für den Film genutzt, doch Burton beschäftigte sich mit einzelnen Teilen seiner späteren Solo Projekte. Aus einem Gedicht und ein paar Zeichnungen wurde Jahre später The Nightmare Before Chrismas, der Zeichentrick-Kurzfilm Vincent, und der Kurzfilm Frankenweenie.

Die letzteren bekamen nur kleine oder gar keine Anerkennung der Öffentlichkeit, aber Burton konnte das erste Mal mit seinem Idol, Vincent Price, arbeiten und ihre Freundschaft hielt bis zu Prices Tod im Jahr 1993. Frankenweenie bekam eine Altersbeschränkung (amerikanisch PG= Kinder nur in Begleitung Erwachsener), was dazu führte, dass Frankenweenie nur im Ausland ins Kino kam und, wenn auch für eine kurze Zeit, als Videokassette erhältlich war. Trotz alldem, es war der Film das ihm seinen ersten größeren Job als Regisseur verschaffte.


Der Horror-Autor Stephen King (Den kennt man doch, oder?) hatte sich Frankenweenie angeschaut, und hatte es mit großem Lob Bonni Lee weiterempfohlen, der ein Beamter bei Warner Brothers war. Lee war ebenso begeistert und zeigte den Film Paul Reubens, der Mann hinter Pee-wee Herman, welcher gerade mit der Übertragung seines Alter Egos auf die Leinwände beschäftigt war. Er erkannt sofort, dass Burton die perfekte Wahl für den Beruf war, und tatsächlich waren sie ein perfektes Team. Wie sagt man so schön, der Rest ist Geschichte.

Nach dem Überraschungserfolg von Pee-wee’s großes Abenteuer (Pee-wee’s Big Adventure, legte Burton den Regisseurberuf für drei Jahre auf Eis. Er konnte einfach kein passendes Projekt für seine einzigartigen Visionen finden, bis ihm zügellose Drehbuch für Beetlejuice gegeben wurde. Der Film war ein noch größerer Erfolg, der dazu führte, dass Waner Bros. ihm den Auftrag gab, eine begierig erwartete Comic Adaptation zu machen, die schon seit Jahren in Planung war.

Batman war viel mehr ein großes Event als ein Film. Er löste große Diskussionen über die richtige Besetzung von Michael Keaton als Batman und entwickelte eine Verkaufspolitik, die heute Standart für alle Blockbuster ist. Nun gut, trotz der ganzen Hype und den Einmischungen des Studios schaffte es Burton, dem Film seine eigene Note zu geben, und bis heute bleibt es einer der einflussreichsten Hollywood Filme der letzten paar Jahrzehnte

 

Doch Burton stürzte sich nicht in ein nächstes Blockbuster Vergnügen, sondern vielmehr nutzte er seinen Einfluss um eine Erlaubnis von 20th Century Fox für ein extrem persönliches Projekt zu bekommen. Edward Mit Den Scherenhänden (Edward Scissorhands) war der erste Film, bei den Burton die gesamte kreative Kontrolle über einen Spielfilm hatte, denn er hatte sowohl die Geschichte geschrieben als auch den Film produziert. Der Film war ein Hit sowohl unter den Kinogängern als auch bei den Kritikern, und war der Beginn der Zeit in der Burton als Künstler ernst genommen wurde.

Sein nächster Film sollte die Fortsetzung von Batman, Batman Returns sein. Dieser war nicht so erfolgreich wie der erste Teil, und löste eine Flutwelle von Beschwerden besorgter Eltern aus, die behaupteten der Film sei zu düster für viele jüngere Batman Fans. Obwohl der Film ein künstlerischer Triumph war, führte die Enttäuschung der Zuschauer dazu, dass Joel Schumacher die Franchise übernahm (obwohl Burton die Regisseur-Darlehn besaß für Batman Forever). Im gleichen Jahr fand Burton ein wenig Zeit um eine Nebenrolle in Cameron Crowe’s Singles zu übernehmen und eine noch kleinere als Leiche in Danny DeVitos Film Jimmy Hoffa (Hoffa).

Nachdem sein Traumprojekt mit dem Trickfilm Nightmare Before Christmas (The Nightmare Before Christmas ) endlich realisiert worden war, entschloss sich Burton für ein kleineres Projekt, was Ed Wood sein sollte. Ein Tribut an den wahrscheinlich schlechtesten Filmemacher aller Zeiten, es war zwar kein großer Klassenschlager, aber es brachte ihm die bislang besten Kritiken seiner Karriere und gleichzeitig 2 Oskars ein. Gefolgt wurde es von einer indirekten Huldigung von Wood’s Filmen, Mars Attacks! Die Kasse klingelte nicht so häufig wie gewollt, und viele Kritiker ließen sich über den Film aus, doch mit den Jahren hat er Kultstatus erreicht. Burton gelang etwas wie ein comeback nach drei Jahren mit seinem ersten richtigen Horror Film, Sleepy Hollow.

Was man über sein Privatleben bis zu diesem Punkt sagen kann: er heiratete die deutsche Künstlerin Lena Gieseke 1989 (währen der Produktion von Batman). Sie trennten sich kurz nach dem Fertigstllen von Batman Returns. Kurz darauf begann er eine Beziehung zu Lisa Marie, die in vier von seinen Filmen erschien: Ed Wood, Mars Attacks!, Sleepy Hollow und Planet Der Affen.
Zwischen Mars Attacks! und Sleepy Hollow verbrachte Tim Burton ein Jahr damit, an einem neuen Supermann-Film zu arbeiten. Ein vorläufiger Drehbuch-Entwurf wurde von dem unabhängigen Filmemacher Kevin Smith geschrieben. Nicolas Cage wurde die Rolle des Man Of Steel zugedacht. Wie auch immer, Tim war nicht wirklich zufrieden mit dem Drehbuch, und ein hohes Budget brachte Warner Brothers dazu, das Projekt auf Eis zu legen.

Sein nächstes Projekt sollte ein Remake von dem Science-Fiction Klassiker Planet Der Affen (Planet Of The Apes) sein. Der Film kam nach einer Langen Phase des Planens in die Produktion, und Burton musste für das Ergebnis büßen. Der Film war visuell atemberaubend und enthielt geniale Leistungen der Schauspieler, aber viele hielten es für schlichtweg enttäuschend.

Zur gleichen Zeit geriet Burtons Privatleben in einen großen Umbruch. Seine Eltern starben beide in kurzer Zeit und seine Beziehung zu Lisa Marie endete. Kurz nach dem Erscheinen von Planet der Affen (Planet Of The Apes) begann Burton eine Beziehung mit dem größten Stars des Filmes, Helena Bonham Carter. Ihr gemeinsamer Sohn Billy kam Oktober 2003 zur Welt.

Burtons nächstes Projekt hätte nicht unterschiedlicher sein können, obwohl es von dem gleichen Produzenten produziert wurde (Richard D. Zanuck). Big Fish war eine Adaptation des Romans von Daniel Wallace. Vielleicht war dieser Film, mit dem Thema eines jungen Mannes, der versucht wieder eine passable Beziehung zu seinem im Sterben liegendem Vater aufzubauen, am Ende Burtons persönlichster und emotionalster Film seit Jahren, und es bekam sehr gute Kritiken und die Kinokasse hörte nicht auf zu klingeln.

2005 widmete er sich erstmals wieder den Filmen. Sein erstes Projekt war ein mal wieder ein Film der auf einem Kinderroman basiert, Charlie Und Die Schokoladenfabrik (Charlie And The Chocolate Factory). In der Hauptrolle konnte man Johnny Depp als Willy Wonka bewundern und der Film wurde eines der erfolgreichsten Kassenschläger des Jahres 2005. Zwei Monate später kam Burtons neuester Film, der Trickfilm Corpse Bride in die Kinos. Beide Filme erhielten exzellente Besprechungen und Corpse Bride erhielt sogar eine Oskarnominierung für den besten Trickfilm (leider musste er Wallace und Gromit den Titel überlassen.)

Über sein nächstes Projekt ist bekannt, dass Burton bereit ist in Believe It or Not (in dem angeblich Jim Carrey mitspielt) über das Leben von Robert Ripley Regie zu führen. Es gibt ebenfalls Gerüchte dass er evtl. das Musical Sweeney Todd verfilme. Beide Filmprojekte klingen wie perfektes Material für Burton um seine Magie auszudrücken.



Mike Jackson and Arran McDermott 2006
Translation to German: Shrotty 2006

Tim Burton's Filmography

   

 

 

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